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Regen bringt Gluck, sagt man in Irland. Gluck davon hat Lilian zeit seines Lebens wenig erhalten. Wie ein grauer Schleier scheint sich das Pech uber ihn ausgebreitet zu haben. Zunehmend schwerer wird die Last auf seinem Herzen, zunehmend bedeutungsloser seine Zukunft. Da begegnet er einer eindrucksvollen, einzigartigen Frau. Eine Frau ehrlich, stark, selbstsicher und ahnlich verbittert von der Welt wie er selbst. Doch die Angst im Nacken lasst ihn zogern. Und das Schicksal nimmt seinen Lauf, schlagt erbarmungslos zu. Verzweifelt steht er vor dem Nichts im stromenden Regen, umarmt von der Hoffnungslosigkeit und der bitteren Erkenntnis, jegliche zuversichtliche Tage fur immer hinter sich lassen zu mussen. Lavanda hat samtlichen Glauben an eine gluckliche Zukunft verloren. Tagein, tagaus qualt sie sich durch das Leben, versucht zwanghaft irgendeinen Sinn zu entdecken, was ihr jedoch nicht mehr zu gelingen vermag. Dann tritt plotzlich ein Mann zur Tur herein. Charismatisch, wortgewandt, ehrlich und mit diesem kostlichen Sarkasmus gesegnet hatte er ihr Herz im Sturm erobert, ware da nicht ihre tonnenschwere Bedruckung und die aus unzahligen menschlichen Tiefschlagen geborene unertragliche Fahigkeit, stets objektiv und realistisch zu bleiben. Es ist ihr bewusst: Liebe wird ihr ewiglich verwehrt, unwesentlich was sie begehrt oder wie gro Schmerz und Leid ausfallen mogen. Eines verregneten Nachmittags wiegt ihre Burde zu schwer und sie trifft einen dramatischen Entschluss "e;Einst hatte der Weg sich fur einen kurzen Moment geteilt damals, als sie diesem einen Mann begegnet war. Sie wusste, entweder wurde sie endlich Gluck und Liebe erfahren, oder aber fur immer in Finsternis wandeln. Das Schicksal hatte ihr das Gluck verwehrt. Noch Jahre hatte sie gewartet, insgeheim auf eine Wendung gehofft. Nun war es offensichtlich geworden: Es war vorbei. Ihre Zukunft war gegangen. Und sie war langst gestorben damals, als sich ihre Blicke getroffen hatten "e;"e;Die Frau erstrahlte ein zages, von der Finsternis in ihrem Innersten recht schnell verschluckt werdendes Leuchten, welchem Lilian unbedingt langer beiwohnen wollte. Ein Leuchten, das seine eigene Seele erhellte. Ein regelrecht zwingendes Bedurfnis verspurte er, es nochmals betrachten zu durfen wie das Verlangen nach einer Droge."e;"e;Noch eine lange Weile betrachtete er das Farbenspiel des angrenzenden Waldes, lauschte dem beruhigenden Rauschen des durch die noch uppige bunte Belaubung sausenden Windes und dem in weiter Ferne ertonenden kratzigen Rabengeschrei. Mit einem jeden durch die Lufte gewehten Blatt schien ein kleines Stuck seines Herzens abzufallen und die Umgebung sich zu truben."e;"e;Ein weiterer Gedanke begann sich in seinem umnachteten Geist zu bilden: Handelte es sich bei ihnen beiden etwa um zwei seit Aonen zueinandergehorende Seelen, welche sich durch ein furchterliches Schicksal verloren hatten und seitdem unablassig nach dem jeweils anderen riefen?"e;
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