Doesn't suit? No problem! You can return items for up to 30 days
You won't go wrong with a gift voucher. The gift recipient can choose anything from our offer.
Up to 30 days for returns
Was wäre, wenn deutsche und italienische Kriegsgefangene in den Bergwerken Ostalgeriens verschwunden wären - fern von den Schlachtfeldern und aus dem offiziellen Gedächtnis verdrängt?
Ausgehend von einem seit den 1990er-Jahren aufbewahrten Ausschnitt aus einer algerischen Zeitung sowie von Zeugenaussagen, Erinnerungen und Dokumenten, die er über Jahrzehnte gesammelt hat, öffnet der Schriftsteller Laïd Hadli eine verschüttete Akte erneut. Sie betrifft Kriegsgefangene und Internierte, die während des Zweiten Weltkriegs oder in der unmittelbaren Nachkriegszeit möglicherweise in den Bergbaugebieten von Ouenza und El Kouif in der Provinz Tébessa festgehalten wurden.
Der Pressebericht erwähnte mutmaßliche Massengräber, menschliche Überreste und militärische Erkennungsmarken. Zugleich berichtete er vom plötzlichen Verschwinden von Bergwerksarchiven, insbesondere von Unterlagen aus den Jahren 1939 bis 1945, sowie von der Einstellung der Tätigkeit eines örtlichen Vereins, der das Schicksal der Gefangenen untersuchte. Was enthielten diese Archive? Wem gehörten die entdeckten Gebeine? Wo befinden sich die Erkennungsmarken? Warum wurden unterirdische Eingänge und Stollen zugeschüttet, ohne sie unabhängig archäologisch und wissenschaftlich zu untersuchen?
Das Buch beschränkt sich nicht auf das Schicksal der Gefangenen. Es stellt diesen Fall in den größeren Zusammenhang kolonialer Gräueltaten, von Massentötungen und von dem, was der Autor als genozidale Verbrechen in Algerien behandelt. Historische Berichte über algerische Stämme, die in Höhlen eingeschlossen und durch an den Eingängen entzündete Feuer mit Rauch erstickt wurden, führen zu einer beunruhigenden Frage: Wurden vergleichbare Methoden Jahrzehnte später gegen Kriegsgefangene in Minen und unterirdischen Gängen eingesetzt?
Der Autor präsentiert diese Hinweise nicht als rechtskräftiges Urteil. Er versteht sie als schwerwiegende Informationen, die die Öffnung der Archive, den Schutz der Orte sowie unabhängige historische, archäologische und rechtsmedizinische Untersuchungen erforderlich machen. Ziel ist es, mögliche Opfer zu identifizieren und ihren Familien Gewissheit zu verschaffen.
Die Erzählung verbindet die Ruinen Berlins, den Krieg in Nordafrika, die koloniale Ausbeutung der algerischen Bergwerke, vergessene Gräber, Erkennungsmarken und verschwundene Archive. Zugleich kritisiert sie eine selektive Erinnerungskultur, die die Verbrechen der Besiegten verurteilt, aber mögliche Verbrechen der Sieger verschweigt. Ein Verbrechen verliert seinen Charakter nicht durch die Nationalität des Täters oder dessen Zugehörigkeit zur siegreichen Seite.
Im Rahmen seiner beharrlichen Bemühungen um Aufklärung richtete der Schriftsteller wiederholt Briefe und E-Mails an den Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, an deutsche Abgeordnete sowie an Zeitungen, Medien und zuständige Institutionen. In diesen wiederholten Schreiben forderte er die Überprüfung der Gefangenen- und Vermisstenregister sowie die Klärung des Verbleibs der Bergwerksarchive von Ouenza und El Kouif, der militärischen Erkennungsmarken und der menschlichen Überreste, deren Entdeckung in der Presse erwähnt wurde.
„Deutsche Knochen" verbindet persönliches Zeugnis, dokumentarische Recherche und einen Appell an deutsche, algerische und internationale Institutionen. Es ist ein Buch über Tote, denen Namen und Gräber genommen wurden, und über Wahrheiten, die für immer verschüttet schienen. Eine Suche nicht aus Rache, sondern im Namen der Gerechtigkeit, der Erinnerung und des Rechts der Familien auf Wahrheit.
Hi! I'm Libroamiko, your book advisor.
How can I help you?